
Geschichte
- 1310 Erste Erwähnung durch einen „Plebanus“ (Priester)
- seit Mitte des 16. Jhd. Nutzung als Pfarrhof neben der alten Kirche
- 1958 Verkauf an Johann und Maria Gilch – Ende der Nutzung als Pfarrhof
- 1971 Eröffnung eines Obst- und Gemüseladens im Erdgeschoss durch Anna und Christl Vollmuth
- 2003 Erwerb durch die Gemeinde – seitdem Nutzung als Bücherei, Trauungsraum und Gemeindearchiv
Das „Pfarrwidum“
Ein Pfarrhof dürfte schon immer neben der alten Kirche St. Ulrich gestanden haben. Wie das frühere Gebäude einmal aussah, ist nicht bekannt. Der Bau des Pfarrhofs in seiner eigenwilligen Form, wie man ihn heute im Dorfbild sieht, dürfte um 1450 entstanden sein. Überliefert sind die Klagen der Pfarrherrn im 17. Jahrhundert, dass die Ökonomiegebäude von St. Ulrich sehr baufällig seien.
Die Pfarrer von Pöcking waren bis 1850 noch Pfarrer und Landwirt zugleich. Der Pfarrgarten reichte um ca. 1650 noch bis zur heutigen Hindenburgstraße hinunter. Als auf diesem Grundstück die Höfe („Schaffler“, „Meßner“, „Brodführer“, „Schnuller“) errichtet wurden, waren deren Besitzer vertraglich zu jährlichen Zahlungen (sog. „Reichnissen“) an den Pfarrer von Pöcking verpflichtet.
1891 wurde der Pfarrhof umfangreich renoviert. Nach dem Bau der neuen Kirche St. Pius und des Pfarrhofs wurde das alte Gebäude 1958 verkauft.
(Quelle: Milli und Sterz)

Textquelle (so nicht anders vermerkt):
Ott, Ludwig (Hrsg.): Milli und Sterz. Kunstverlag Josef Fink. Lindenberg im Allgäu, 2005.